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Warenströme klarer sehen

Die Carl Zeiss Vision International GmbH ließ ihre komplexen Warenflüsse von Halb- und Fertigprodukten von der Wassermann AG in verschiedenen Szenarien simulieren. Die Analyse legte die transparente Basis für die Optimierung ihres Netzwerkes zur Distribution von jährlich 150 Millionen Brillengläsern. Für dieses Beratungsprojekt zeichnete die Zeitschrift WirtschaftsWoche die Wassermann AG mit dem Preis „Best of Consulting 2011“ aus.

Die Carl Zeiss Vision International GmbH ist weltweit führender Anbieter im Bereich der Augenoptik und Herstellung von Brillengläsern. Die Distribution erfolgt über ein historisch gewachsenes Netzwerk aus Auslieferungslager, fünf Standorte für die Massenfertigung von Bulkwaren und europaweit 65 Standorte für die Rezeptfertigung. Das starke Wachstum des Unternehmens stellte neue Aufgaben an das historisch gewachsene Logistiknetzwerk, das deshalb zunehmend als nicht mehr ausreichend effizient und zukunftsfähig eingestuft wurde.
Mit Hilfe der Wassermann AG machte sich Carl Zeiss Vision daran, das Optimum im Spannungsfeld zwischen Lieferperformance und den Lager- und Transportkosten zu ermitteln. Dazu wurden die aktuellen Ist-Daten zu Varianten, Liefermengen, -wegen, -zeiten und -kosten aufgenommen und als Modell abgebildet. Dieses Modell übernahmen die Wassermann-Berater in ihre Simulationssoftware, um die Auswirkungen von Änderungen zu berechnen und darzustellen.

Bulklieferungen vs. Einzelanfertigung

Für zusätzliche Komplexität sorgte, dass bei Zeiss zwei unterschiedliche Supply-Chain-Typen gepflegt werden. Da ist zunächst die Massenfertigung von ca. 300.000 Varianten von Einstärken-Fertiggläsern, die über Bulklieferungen auf die sogenannten Market Stock Points verteilt werden. In dieselbe Kategorie eines Make-to-Stock-Prozesses fallen die Halbfabrikate. Diese aber gehen dann in einen Warenfluss mit eigenen Anforderungen ein: die Rezeptfertigung, die über Auslieferungs-Hubs sowohl individuell gefertigte Gläser als auch fertig eingeschliffene Brillen an Optiker versendet. Bei den Bulklieferungen liegen die Lieferzeiten zwischen ein und vier Wochen. Bei der Lieferung der nach Rezept geschliffenen Gläserpaare stehen zwischen Halbfabrikate-Lager und Optikertheke nur drei bis fünf Tage zur Verfügung.

Die Carl Zeiss Vision International GmbH ist weltweit führender Anbieter im Bereich der Augenoptik und Herstellung von Brillengläsern.

Die Carl Zeiss Vision International GmbH ist weltweit führender Anbieter im Bereich der Augenoptik und Herstellung von Brillengläsern.

Die Carl Zeiss Vision International GmbH ist weltweit führender Anbieter im Bereich der Augenoptik und Herstellung von Brillengläsern.

 

Optionen durchgerechnet

Die Wassermann-Berater erstellten verschiedene Szenarien und simulierten deren Auswirkungen – unter Einbeziehung möglicher Entwicklungen innerhalb eines Horizonts von fünf Jahren. Eine der zentralen Fragestellungen war, ob ein zentraler Logistik-Hub die Anforderungen besser als ein Netz verteilter Distributionszentren erfüllen könnte. Bei den Simulationen für die Bulk Supply Chain zeigte sich schnell, dass die Kostenvorteile einer Zentralisierung punktuell gestiegene Transportkosten mehr als ausglichen. Als günstigste Lösung ermittelte die Simulation ein Zentrallager in Ungarn mit einem Einsparpotenzial von etwa 12 Prozent gegenüber den aktuellen Kosten.

Service vor Kostensenkung

Auch die Supply Chain der Rezeptgläser wurde in Varianten simuliert. Ausgehend vom heutigen dezentralen Netzwerk aus Rezeptfertigungen, Market Stock Points (MSP) und Cross Dock Hubs wurde ein optimiertes dezentrales Netzwerk errechnet. Als Alternativszenario wurden ein zentrales Cross Dock und ein zentraler MSP in Ungarn angenommen. Interessanterweise zeigte sich, dass die Transportkosten für alle Varianten ähnlich sein würden. Handling- und Standortkosten versprachen aber im Szenario mit zentraler Logistik in Ungarn eine Kostenreduktion von 30 Prozent. Ein optimiertes dezentrales Netz kam im Vergleich zu den heutigen Wegen auf immerhin 9 Prozent Einsparung. Trotz dieses klaren Kostenvorteils einer zentralen Logistik entschieden sich die Verantwortlichen bei Carl Zeiss für das dezentrale Netzwerk: „Der Blick auf die Lieferzeiten zeigte uns, dass wir mit einem zentralisierten Netzwerk zwar größere Kostenvorteile erzielen könnten, aber die Mehrheit der Optiker einen oder zwei Tage länger auf ihre Bestellungen warten müssten – für uns nicht hinnehmbare Einbußen an Servicequalität. So entschieden wir uns für die serviceorientierte Lösung, also für die dezentrale Struktur“, erklärt Dr. Harald Wiedenmann, Consultant Business Process Excellence bei Carl Zeiss Vision.

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„Der Blick auf die Lieferzeiten zeigte uns, dass wir mit einem zentralisierten Netzwerk zwar größere Kostenvorteile erzielen könnten, aber die Mehrheit der Optiker einen oder zwei Tage länger auf ihre Bestellungen warten müssten – für uns nicht hinnehmbare Einbußen an Servicequalität. So entschieden wir uns für die serviceorientierte Lösung, also für die dezentrale Struktur.“ Dr. Harald Wiedenmann, Consultant Business Process Excellence bei Carl Zeiss Vision.

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