
Auszug aus der Nachlese der Vision-Days 2010 und dem Vortrag von Dr. Andreas Höhler, CTO, Lewa GmbH am 4./5. März 2010
„Die Entwicklung vom Familienunternehmen zur internationalen Gruppe verwandelte uns auch vom reinen Pumpenhersteller zum Komplettanbieter für Anlagen, Systeme und Lösungen im Bereich komplexer Dosiertechnik“, charakterisierte der technische Geschäftsführer Dr. Andreas Höhler die Entwicklung der Lewa GmbH. „Da wir für weltweit aktive Großunternehmen etwa in der Erdöl- und Gasförderung arbeiten, ist es für uns beispielsweise üblich, ein Projekt in Texas anzustoßen, in Deutschland zu entwickeln und in Pakistan umzusetzen.“ Eine Arbeitsweise, die es erfordert, die Produktion individueller Lösungen weltweit so zu planen und zu koordinieren, dass deren Auslieferung absolut termingetreu erfolgen kann.
Und das in Baustellen hinein, deren Zeitpläne ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegen und dem Lewa-Team scheinbar unlösbare Aufgaben bescheren. „Zwar ist jede Pumpe die wir produzieren, bereits verkauft“, erläuterte Höhler, „doch ständige Umterminierungen stellten unser vormals verteiltes 26-köpfiges Planungsteam – entsprechend etwa 13 Vollzeitmitarbeitern - trotz täglicher Rückmeldungen – vor riesige Probleme. Auf Großbaustellen für Öl- oder Gasförderanlagen sind kurzfristige Änderungen an der Tagesordnung. Wir allerdings müssen unsere Termine stets einhalten.“ Das verständnisvolle Nicken der Vision-Days Zuhörer zeigte, dass ihnen diese Anforderung nicht fremd ist. Aber schon mit der nächsten Aussage überraschte der Lewa-CTO das versammelte Publikum: „Ganz anders die Situation heute: Mit wayRTS und wayMES (Enterprise Frontend) haben wir unsere Planung soweit optimiert, dass wir sie aktuell mit nur sieben Mitarbeitern bewältigen. Schon im ersten Schritt haben wir unsere Termintreue von knapp 50 auf über 80 Prozent erhöht. Und wir werden diese in einem weiteren Schritt auf über 90 Prozent heben.“
„Früher“, so skizzierte Höhler die Situation vor Einführung der wayRTS, „verteilte sich unsere Planung dezentral über engagierte, aber nur scheinbar autarke Teileinheiten. Die Schwachstelle: Ohne die notwendige Zentralisierung fehlten Durchgängigkeit und Übersicht entlang des Gesamtprozesses. Es gab keine klaren Verantwortlichkeiten in Terminfragen und eine nur marginale Kapazitäts- und Ressourcenplanung.“
Das blieb nicht ohne Folgen: „Planerisch gesprochen, liefen Angebot und Aufträge intern gegen scheinbar unendliche Ressourcen. Für Angebote und Auftragsbestätigungen ließen sich so nur sehr pauschale Lieferzeiten nennen, die sich zudem in über der Hälfte aller Fälle als Makulatur erwiesen.“
Im Rückblick verfügte das Planungsteam in der damaligen Organisation und mit ihren Tools nicht über die notwendige Transparenz. „Simulationen wie heute mit wayRTS waren schlicht unmöglich. Und selbst wenn das Planungsbild stimmte, zweigte zu allem Überfluss die Serviceabteilung verplante Teile spontan für dringende, ungeplante Notfälle ab.“ Das im Lewa-Stammhaus genutzte SAP R/3 konnte die komplexen Wertschöpfungsketten nicht ausreichend detailliert widerspiegeln.
In einem Vorprojekt mit der Fraunhofer-Gesellschaft erstellte das Lewa-Team ein Lastenheft, um danach die eigenen Prozesse und die SCM-Organisation von einem externen Dienstleister optimieren zu lassen. In dem über eine sehr rigide Punktewertung objektivierten Auswahlprozess erfüllte nur das Team der Wassermann AG das definierte Lastenheft zur Zufriedenheit – und setzte sich damit gegen neun weitere Wettbewerber durch.
Höhler skizzierte seinen Zuhörern im Vision-Days-Fachforum die Vielschichtigkeit der Projektaufgaben: „So vermochten die Experten der Wassermann AG das sehr kundenspezifische, entwicklungs- und planungsintensive Projektgeschäft für komplette Anlagen und Lösungen mit dem eher komponentenfixierten, relativ ‚einfachen‘ Pumpen- sowie dem After-Sales-Geschäft nahtlos zu verzahnen.“ Nur so ist gewährleistet, dass die einzelnen Pumpen und Komponenten termingerecht zur Montage in der Anlage bereitstehen. Zufrieden konstatierte Dr. Andreas Höhler: „Wassermann hat unsere Supply Chain für alle drei Geschäftsfelder gründlich analysiert, die Komplexität der Aufgabe verstanden und dann die richtigen Maßnahmen vorgeschlagen.“
Innerhalb des Projektes wurden die Prozesse eines jeden Geschäftsbereiches – Anlage, Pumpe, After Sales – lückenlos mit wayRTS planungsoptimiert. Dies umfasst auch Montage, Versand, verlängerte Werkbank sowie Stücklistenzuordnung und Kapazitäten. Basis für diese komplexe, vernetzte Planung ist ein 15-minütlich aktualisierter Datenaustausch zwischen wayRTS und SAP R/3. Die Terminhoheit liegt bei wayRTS, für zusätzliche Transparenz bei allen Beteiligten sorgt der Einsatz von wayMES.
Seine volle Leistungskraft entfaltet ein Planungstool jedoch nur in einer zielorientierten Organisationsform: „Um all unsere verschiedenen Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen“, beschrieb Dr. Andreas Höhler die Neuorganisation bei Lewa, „haben wir auftragsbezogene Planungen komplett und konsequent zentralisiert.“ Herz des neuen Systems ist die frisch geschaffene Abteilung „Operations Planning“. Die im Unternehmen nur OP genannte Abteilung koordiniert die weltweiten Aktivitäten zentral vom Stammhaus aus.
An konkreten Beispielen demonstrierte Dr. Andreas Höhler anschließend den Forumteilnehmern die neue Arbeitsweise bei Lewa und deren Unterstützung durch wayRTS: Rückstandsbeseitigung in der zentralen OP oder die ebenso fehlerfreie wie detaillierte Zuordnung der Materialtermine zum Auftrag. Immer wieder betonte der Lewa-Manager, wie wichtig die Visualisierungsmöglichkeiten innerhalb von wayRTS für die erfolgreiche Planung bei Pumpenherstellern geworden sind. „Über die Visualisierungswerkzeuge in wayRTS erreichen wir einen völlig neuen Grad an Transparenz und damit den freien Blick auf weitere Effizienzpotenziale“, rundete Höhler seinen Vortrag ab und zeigte sich zuversichtlich, die in seinem Unternehmen bis dato als unerreichbar geltende 90-prozentige Termintreue schon in naher Zukunft erreichen zu können.

"Wassermann hat unsere Supply Chain für alle drei Geschäftsfelder gründlich analysiert, die Komplexität der Aufgabe verstanden und dann die richtigen Maßnahmen vorgeschlagen."
Dr. Andreas Höhler,
CTO,
Lewa GmbH