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Autowelten im Umbruch

Deutsche Unternehmen hat die Krise stärker erwischt als ihre Wettbewerber im Ausland, weil sie kaum Mitarbeiter entlassen haben. Das verbessert jetzt aber ihre Zukunftsprognosen. Erfolg werden jedoch nur die haben, die flexibel in den Bereichen Produktion und Logistik agieren.

Logo Preh

Grundstückspreise, Mieten, Lebenshaltungskosten. Diese Daten für die Kleinstadt Bad Neustadt in der Rhön hat Dr. Ernst-Rudolf Bauer aus dem Stegreif parat, wenn er jungen Ingenieuren einen Job beim Automobilzulieferer Preh AG schmackhaft macht. Bauer ist nicht nur Finanzchef des Mittelständlers, sondern auch gebürtiger Schwabe – er hat quasi schon von Geburt an ein enges Verhältnis zum Geld. Diese Eigenschaft kommt dem fränkischen Unternehmen, das in Händen von Private Equity ist, seit 14 Jahren zugute.

Preh ist im Automotive-Geschäft zwischen 2003 und 2008 im Schnitt um 10,3 Prozent gewachsen. „Zum Erfolg hat nicht nur die Innovationskraft beigetragen, sondern auch die Tatsache, dass wir schlanke und flexible Prozesse haben“, berichtet Bauer im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE. Mit Prozessen kennt er sich aus. Denn als CFO ist er nicht nur für Bilanzen zuständig, sondern auch für Einkauf, IT und Logistik. Dass Preh im Krisenjahr 2009 nicht ins Straucheln gekommen ist, führt Bauer nicht allein auf das finanzielle Polster und die guten Kreditlinien zurück. Entscheidend war auch die Flexibiltät des Unternehmens in Produktion und Logistik sowohl beim Ab- als auch beim Aufschwung.

70 Zulieferer insolvent

Nicht so gut hatte hingegen Wettbewerber Angell-Demmel seine Finanzen im Griff. Der Lindauer Spezialist für durchgestylte Zierleisten, Türgriffe und Konsolen mit rund 700 Mitarbeitern musste im September vergangenen Jahres Insolvenz anmelden. Grund: Die Kosten waren zu hoch.

Der Zulieferer vom Bodensee war nicht das einzige Unternehmen, das in der Krise unterging. Allein 2009 mussten hierzulande 70 Firmen, die für Audi, BMW & Co. arbeiteten, Insolvenz anmelden – rund um den Globus waren es gut 350. Angell-Demmel war ein Spiegel der Branche: Nicht nur die hohen Personalkosten ließen den Betrieb ins Straucheln kommen, sondern auch die starke Abhängigkeit vom Top-Produktsegment. Weltweit war die Marge auf ein Prozent gesunken, in Europa sogar ins Minus gerutscht.

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